Im letzten Blog haben wir bereits über die Wichtigkeit der Positionierung im Branding-Prozess gesprochen. In diesem Artikel wollen wir das Thema Positionierung nochmals vertiefen und neun Strategien anschauen, wie eine Marke sich effektiv positionieren kann.

#01 – Gegen-Position

Diese Strategie schaut direkt auf den Wettbewerb, zeigt auf ihn und sagt, was die eigene Marke besser macht als der Wettbewerb und an welcher Stelle sie definitiv besser ist. Die Strategie ist, direkt die Painpoints der Kunden anzusprechen und aufzuzeigen, was man als Unternehmen an dieser Stelle besser macht.

Burger King hat das bspw. mit seiner „30% more Beef than at M“-Kampagne so gemacht. Oder der „Dollar-Shave-Club“ in der Abgrenzung zum Platzhirsch Gillette.

#02 – Spezialisierung

Spezialisierung ist eine sehr gute Möglichkeit der Positionierung. Während der Konkurrent viel anbietet, bietet die eigene Marke ein paar wenige Dinge an – aber die dafür absolut spezialisiert und perfekt durchdacht.  Du machst nicht alles – bist nicht der Bauchladen. Du bist der Spezialist für die eine Sache.

#03 – Pole-Positioning

Diese Art der Positionierung hängt sehr stark vom Marken-Charakter ab und passt definitiv nicht zu jeder Marke. Die Positionierung an der Pole-Position sagt: Wir sind die besten! Somit passt das nur für Markentypen, die für Macht und Stärke stehen. Und natürlichlicherweise sollte das Produkt qualitativ dazu passen. Ein Beispiel hierfür wäre sicherlich Rolex und in gewissen Segmenten Mercedes Benz.

#04 – Preis-basierte Positionierung

Diese Art der Positionierung ist sicherlich eine der bekanntesten: Ich setze mich über den Preis – normalerweise einen niedrigeren – vom Wettbewerb ab. Beispiele dafür findet man wahrscheinlich in jeder Branche. Sicherlich bietet einem ein günstigerer Preis einen größeren Markt – gleichzeitig sollte man gut durchdenken, ob diese Strategie immer die beste ist – und langfristig auch umsetzbar ist.

#05 – Positionierung über die Qualität

Dies ist in gewisser Weise der Gegensatz zur Preis-basierten Positionierung. Wir sind teurer – dafür aber auch um Welten hochwertiger als der Wettbewerb. Wir legen höchsten Wert auf Perfektion – und jeder Kunde, der diesen Ansatz teilt, ist bei uns richtig. Bei Positionierung über die Qualität ist es essentiell wichtig, die aufgestellten Behauptungen auch zu erfüllen und zu belegen. „Walk the Talk!“

# 06- Positionierung über den Wert

Diese Art der Positionierung eignet sich besonders gut für Dienstleistungen. Es ist quasi eine Mischung aus der Preis-basierten und der qualitativen Strategie. Meine Marke bringt meinem Kunden einen gewissen Wert – der ist nicht immer gleich sondern unterscheidet sich von Kunde zu Kunde. Gerade im Berater-Business ist dieser Ansatz sehr hilfreich, da eine Beratungsleistung immer an der Größe des zu lösenden Problems gemessen wird.

#07 – Positionierung über Benefits

Diese Art der Positionierung findet man sehr häufig für Produkte. Benefits des Produkts werden in den Vordergrund gestellt und darüber wird das Produkt positioniert – häufig geschieht das über USP’s (Unique Selling Propositions). Es ist eine Methode, die zunächst sicher und logisch erscheint und ist für Produkte unter gewisser Umständen sicherlich effektiv.
Im Sinne von Branding ist es aber eine Strategie, die mehr und mehr an Bedeutung verliert. Kunden machen in den allermeisten Fällen emotionale Entscheidungen – Benefits, die den Verstand ansprechen spielen dann tatsächlich nur eine untergeordnete Rolle. So zu sehen bei der Einführung des iPod – und Geräten die schon länger auf dem Markt waren und technisch überlegen waren – aber eben nur auf die Benefits gezielt hatten anstatt auf das Gefühl.

#08 – Disruptive Positionierung

Neue Technologien bringen die Möglichkeit neuer Positionierung. Somit können alt-eingefahrene Märkte erschüttert und ganz neu aufgezogen werden. Ein Beispiel hier ist sicherlich wie UBER die Taxi-Branche auf den Kopf stellte, oder wann immer Elon Musk in einen Markt eintritt…

#09 – Service-Positionierung

Wie der Name schon sagt: Diese Art der Positionierung läuft über einen ausgezeichneten Service. Egal was die Leistung dazu ist – der entsprechende Mehrwert für den Kunden liegt im ausgezeichneten Service. Hochpreisige Automarken positionieren sich hier bspw. zusätzlich, um Kunden ein besonderes Erlebnis zu bieten. Oder auch Amazon mit seinem absolut Kunden-orientierten Service.

Viele Wege zur Positionierung

Es gibt also viele Wege die eigene Marke zu positionieren und somit die Beziehung zum Kunden zu finden. Was zur Positionierung natürlich gehört, ist, den eigenen Marken-Charakter zu kennen und sich eine dementsprechend passende Strategie zu überlegen. Und natürlich lassen sich unterschiedliche Positionierung-Strategien auch wunderbar zu einem guten Mix zusammenfügen.

Grundlage für die Gedanken zur Positionierung sollte eine gut durchdachte Markenstrategie sein, in der Vision, Mission, Werte, Zielgruppe und Marken-Charakter gut durchdacht sind. Wenn Sie dafür Hilfe benötigen, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.